Sidwell Njikam zeigt ein beeindruckendes Debut bei der Leichtathletik EM in Rieti über 100m und in der Staffel.

Sidwell Njikam vom ABC Ludwigshafen zeigte sich auch bei den Leichtathletik Europameisterschaften der U18 im italienischen Rieti in bestechender Form und stellte erneut sein Können auf der 100m Sprintdistanz eindrucksvoll unter Beweis. 

Durch seinen sensationellen zweiten Platz über 100m bei den Deutschen Leichtathletik Meisterschaften vor gut zwei Wochen in Bochum/Wattenscheid mit neuem Rheinland-Pfalz-Rekord von 10,57s wurde Njikam vom Deutschen Leichtathletik Verband für die Junioren-Europameisterschaften der U18 über 100m nominiert. Die Kontinental-Meisterschaften fanden vom 16. bis zum 19. Juli 2026 in Rieti in Italien statt, wobei Njikam über 100m und über diese Distanz auch in der Staffel als Startläufer zum Einsatz kam. 

Als Njikam nach den Deutschen Meisterschaften als Vizemeister über 100m für die Junioren EM / U18 nominiert wurde, war bei dem jungen Ausnahmeathleten, seiner Familie, seinem Trainer Juri Tscherer und beim ganzen ABC die Freude riesengroß. Dementsprechend gespannt und mit besten Erwartungen für sein Abschneiden, reiste Njikam für eine Woche zusammen mit dem DLV-Tross ins italienische Rieti. 

Sidwell und Mutter vor dem Abflug nach Rieti

Diese Erwartungen enttäuschte er wahrlich nicht, ganz im Gegenteil. Zunächst stand am Donnerstag für Njikam der Vorlauf über die 100m an, den der sympathische Jugendliche mit einer starken Zeit von 10,65s als Dritter seines Vorlaufs meisterte und sich damit sicher für das Semifinale am darauffolgenden Tag qualifizierte. Dabei zeigte sich Njikam bei seinem internationalen Debut sehr wenig aufgeregt und beurteilte seinen Auftritt folgendermaßen: „Ich war völlig gelassen und hochmotiviert. Ich weiß, was ich kann und hoffe, in Zukunft noch mehr große Rennen machen zu können.“

Die Begeisterung im Lager des jungen Athleten war so groß, dass der ABC spontan für Freitag ein EM-Viewing im Clubhaus bei guter Stimmung und Pizza organisierte, um das Halbfinale und möglicherweise sogar das Finale live über den EM-Stream zu verfolgen und Njikam die Daumen zu drücken. Einige Trainer *innen des ABC wie auch sein Coach Juri Tscherer, etliche Jugendliche und auch die Vorsitzende des ABC, Frau Dr. Elke Koser, waren bei bester Stimmung live dabei, um Njikam anzufeuern, der hierüber begeistert war und sich mit einem fulminanten Halbfinale selbst am meisten belohnte.

Armin und Koutaiba drücken die Daumen

Njikam lief im ersten Halbfinale nahe an seine Bestzeit heran und konnte mit einer starken Zeit von 10,63s den 5. Platz seines Halbfinales erreichen. Damit verfehlte Njikam nur knapp das Finale der besten acht Sprinter um eine winzige 1/10 Sekunde und belegte im Gesamtklassement einen ausgezeichneten 10. Platz. Njikam war damit auch schnellster Deutscher U18-Sprinter.  

Public Viewing Halbfinale

Sein Trainer und Erfolgscoach Juri Tscherer war begeistert, insbesondere als bekannt wurde, dass Njikam auch für die Schweden-Staffel (100m, 200m, 300m und 400m) als Startläufer über die 100m-Strecke eingesetzt werden sollte. 

Njikam bestritt mit seinen Nationalmannschaftskollegen im Vorlauf am Sonntag ein fulminantes Staffelrennen, in dem sich das Quartett mit der viertschnellsten Zeit von 1:54,13 min hinter den Teams aus Tschechien, Spanien und der Slowakei für den Endlauf qualifizierte und sich berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille machen konnte.

Zum Abschluss der Junioren-Europameisterschaften fand das Finale der besten acht Teams Europas statt, in dem Njikam wiederum eine famose 100m Startkurve hinlegte und das Staffelholz an seinen folgenden 200m-Läufer in Führung liegend übergab. Dieser konnte aussichtsreich an zweiter Stelle liegend den Stab auf den 300m-Läufer übergeben, der leider etwas an Boden verlor und an dritter Stelle liegend auf den Schlussläufer wechselte. In einer packenden Schlussrunde über 400m ging es in einem spannenden Finish heiß her, das deutsche Quartett holte den 5. Platz in der Zeit von 1:53,08 min. Dabei fehlten lediglich knapp 2/10 Sekunden auf den dritten Rang und die ersehnte Bronzemedaille. Europameister wurde Tschechien in der Zeit von 1:51,44min, gefolgt von Spanien mit 1:51,81min auf dem zweiten und Frankreich mit 1:52,85min auf dem dritten Platz. Den vierten Platz sicherte sich Italien in 1:53,01min dicht vor dem deutschen Staffelteam in 1:53,08min. Mit dem 5. Platz zusammen mit seinen Staffel-Kameraden krönte sich Njikam für sein großartiges Abschneiden bei der U18-EM. 

Zugleich auch für seine herausragende Freiluftsaison 2026, bei der er neben den Titeln als Rheinland-Pfalzmeister über 100m und 200m, auch Süddeutscher Meister über 100m sowie Deutscher Vizemeister über 100m wurde. Dazu stellte der 17-jährige Ausnahmesprinter etliche Pfalz- und sogar Rheinland-Pfalz-Rekorde auf. Die Belohnung für diese großartige Saison ist nunmehr die Nominierung für die Europameisterschaften sowie die Zugehörigkeit im Nationalkader des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV). 

Ein eindrucksvoller Beweis für die großartige Arbeit seines Trainers Juri Tscherer, der Njikam wie andere Jugendliche des ABC zu Ausnahmeathleten geformt und diese auf nationales top Niveau entwickelt hat. Hierfür gebührt dem renommierten Trainer, der gerade erst 70 Jahre jung geworden ist, allerhöchsten Respekt und ein großes Dankeschön.

Autor: Armin Kuhn

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